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30.7.2010

Bismarck Kaserne

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Einfahrt Bismarck Kaserne (1991)
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Luftbild der Kaserne (1991)
Die Bauarbeiten für die an der Hamburger Landstraße gelegene Bismarck Kaserne begannen am 22.10.1936. Das dafür benötigte Land wurde billig von den dort ansässigen Wentorfer Bauern aufgekauft. Bereits sieben Monate nach der Grundsteinlegung wurde schon Richtfest auf dem ersten Bauabschnitt gefeiert. Wiederum sechs Monate später, am 15.11.1937 erfolgte die Übergabe des Bauabschnittes. Die restlichen beiden verbleibenden Bauabschnitte wurden am 28.03.1938 und am 01.08.1938 übergeben. Ihr Namensgeber ist der Gründer des Deutschen Reiches von 1871 und dessen erster Reichskanzler Otto Fürst von Bismark. 1965 wurde der Schriftzug (Die Mauer am Haupteingang) "Bismarck Kaserne" während einer Feierstunde persönlich durch den Fürsten Ferdinand von Bismark enthüllt.

Die Kaserne war Unterkunft des Panzergrenadierbataillons 162, des Sanitätszentrums 111 und Teilen des Jägerbataillons 66. In den 60 Jahren ihres Bestehens haben beide Kasernen eine bewegende Geschichte vorzuweisen.

Während des 2. Weltkrieges wurden sie nicht nur zur Unterbringung von Soldaten, sondern auch als Gefangenen- und Zwangsarbeiterlager benutzt. Nach dem Krieg dienten die Kasernen zu der Unterbringung heimatlos gewordener Menschen -sogenannter Displaced Persons- aus Osteuropa; 1952 entstand dann in den Kasernen das größte Flüchtlingsdurchgangslager Europas. Entwurzelte, aus ihrer Heimat vertriebene Landsleute aus dem Osten Deutschlands fanden hier ihre erste Bleibe. 150.000 Menschen wurden in den Jahren bis 1960 durchgeschleust, 9.000 Betten standen zur Verfügung. Der Aufenthalt dauerte bis zu drei Jahren. Die beiden Wentorfer Kasernen, vor allem aber die Wentorfer Bürger mit ihrem Verständnis für diese Probleme, haben so zu einer der größten Leistungen der deutschen Nachkriegsgeschichte beigetragen: der Integration der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen.

Ab 1960 zogen die ersten Bundeswehreinheiten ein. Den Anfang machte eine Luftwaffenausbildungskompanie. Ab Ende der 60er Jahre zogen die Verbände der Panzergrenadierbrigade 16 aus dem hohen Norden hier ein.
Von der Bismarck Kaserne kann man heute noch am meisten sehen. So blieben eine Toranlage, 2 Blöcke (Wirtschaftsblock + Küche) und ein Monument vor den Abrissbaggern verschont. Außerdem konnte noch die Turnhalle gerettet werden, die 1984 renoviert worden war. Heute heißt sie "Trendsport Center" und gehört der "Turn - und Sportgemeinschaft Bergedorf".

Der Bismarck Kaserne schließt sich noch ein kleines Reetdachhaus an, in dem heute die "Alte 16", der Traditionsverband der Panzergrenadierbrigade 16 , ein Treffpunkt für ehemalige Soldaten und Reservisten, ihren Sitz hat. Nähere Informationen zum Traditionsverband finden sich im entsprechenden Menüpunkt. Das dem Haus angeschlossene Restaurant steht für jedermann offen. Informationen und Kontaktmöglichkeiten bietet die Internetseite www.zuralten16.de